Hygiene

Ernährung

Erwachsene treffen sich in der Regel mit anderen zum Essen oder zum Kaffeetrinken. Kinder dahingegen treffen sich, um zum Spielen. Trotzdem ist es von Bedeutung die Gestaltung einer angenehmen Essenssituation zu pflegen. Das gemeinsame „Am- Tisch- Sitzen“ soll ein schönes Erlebnis sein. Durch ihr Auftreten und Einbringen haben die Betreuer in der Gemeinschaft eine Schlüsselrolle für eine liebevolle und fröhliche Atmosphäre. Essen bedeutet auch sich auszuruhen, zu genießen, sich zu entspannen, miteinander zu reden und von einander zu lernen. Damit es den Kindern schmeckt, brauchen sie Freude und Spaß beim Essen. Sie brauchen die ganze Bandbreite der Sinne, also sehen, riechen, hören, schmecken und fühlen.
Vor dem Frühstück werden ein paar Kinder die Zutaten selbst vorbereiten. Teller, Becher und Kanne werden auf einen Rollwagen gestellt, Brotscheiben und Obst auf die Teller verteilt. Bevor die Kinder mit dem Essen anfangen, werden sie sich gemeinsam einen guten Appetit wünschen. Vor dem Mittagessen werden ein paar Kinder den Tisch decken. Bei dieser Übung lernen die Kinder eine bestimmte Ordnung herzustellen. Außerdem können sie sich für das mathematische Denken vorbereiten (für jedes Kind ein Teller, ein Besteck, ein Becher). Das ganze Geschirr ist z. B. durch Abbildungen auf den Schranktüren einfach und schnell zu finden.
Auf dem Tisch stehen Schüssel und Löffel, damit die Kinder selbst ihr Essen nehmen und die Menge abschätzen können. Diese alltägliche Übung ist von großer Bedeutung für das Training der Feinmotorik. Um Flüssigkeit umschütten zu lernen, stehen kleine halbvoll gefüllte Kannen zur Verfügung. Die Becher sind niedrig, um ein zu schnelles Umkippen zu vermeiden.
Kinder wollen dafür gelobt werden, was sie beim Essen schon können. Jedes Kind lernt irgendwann den perfekten Umgang mit Besteck, auch wenn es anfangs noch lieber mit Fingern isst. Es macht Kinder stolz und selbstbewusst, wenn sie zur Selbstversorgung etwas gemeistert haben. Sie sind aktiv in ihrem Lernprozess. Nach jedem Essen stellt jedes Kind sein benutztes Geschirr auf einem in der Nähe des Tisches  bereitstehenden Rollwagen.


Körperpflege

Viele Pflegesituationen, wie z.B. Naseputzen, Zähneputzen, Händewaschen, Mund abwischen und Wickeln können für Kleinkinder unangenehm sein. Sie unterbrechen eine gewählte Spielsituation und berühren die Kinder an sensiblen Stellen. Es ist also wichtig das Kind auf die Pflegezeit vorzubereiten und ihm erkennbar zu machen, dass es eine frische Windel braucht, oder dass seine Nase läuft. Wenn diese Wahrnehmung aktiviert ist, fällt es dem Kind leichter, irgendwann schon vor dem Füllen der Windel Bescheid zu sagen. Die Kinder werden angehalten sich an der eigenen Körperpflege aktiv zu beteiligen. Das umfasst z.B. das Holen der Wickeltasche, die benötigen Materialien vorzubereiten und den Anweisungen der Erzieherin (z.B. jetzt linke Beine heben...) zu folgen. Die Pflegesituationen werden durch dieses aktive Mitmachen ein privilegierter Moment zwischen Erzieherin und Kind und hilft dem Kind ein Gefühl von Sauberkeit zu vermitteln. Zudem wird das Kind unterstützt, wenn es die Toilette oder das Töpfchen benutzen möchte. Alles geschieht ohne Zwang und in einer angstfreien Atmosphäre. Das ganze Team beachtet die Entwicklung des einzelnen Kindes, lässt dem Kind Zeit seine Körperfunktionen zu erkennen und zu bewältigen und überbewertet keine Rückfälle beim « Sauberwerden «.
Da die Kleinkinder durch Nachahmung lernen, hat die Vorbildfunktion der älteren Kinder eine große Bedeutung. Die Kinder unterstützen sich gegenseitig. Die Kinder werden bedarfsweise gewickelt oder gehen selbstständig zur Toilette. Es wird kein Wert auf gemeinsame „Toilettengänge“ oder Wickelzeiten gelegt.

« Händewaschen, Händewaschen sollte jedes Kind! »

Vor und nach dem Essen wird das „Händewaschenlied“ gesungen. Mit diesem Ritual wird den Kindern Zeitgefühl und Sicherheit gegeben. Spielerisch wird nach dem Mittagsessen das Zähneputzen zelebriert.


Ruhezeit

Für eine gesunde Entwicklung braucht der Körper nicht nur Bewegung und Aktivität, sondern auch Erholung, Regeneration und Entspannung. Die Kinder lernen diesen Ausgleich und eigene Bedürfnisse nach Entspannung in einer ruhigen, erholsamen und vertrauensvollen Atmosphäre kennen. Zusammen legen die Kinder und die Erzieher die Matratzen, die vorher zum Spielen aufeinander gestapelt waren, im Raum aus. Jedes Kind hat seinen besonderen Liegeplatz, neben einem Freund oder in einer Ecke. Die individuellen Bezüge in Form von Körbchen mit Kuscheltier und Schnuller werden geholt. Die Kinder ziehen, allein oder mit Hilfe eines Erwachsenen oder eines anderen Kindes, ihre Ober- und Unterbekleidung aus und legen sie in die dafür vorgesehene Körbe. Wer nicht schlafen will oder wer nicht sich ausziehen will, wird sich gekleidet hinlegen und am Einschlafritual teilnehmen. Der Raum ist halb verdunkelt und Schlaflieder werden gesungen. Die Lieder ermöglichen die Schaffung einer vertrauensvollen und beruhigenden Atmosphäre. Die Kinder, die nicht schlafen, werden danach den Raum leise verlassen. Im Spielraum besteht die Möglichkeit leise und ruhig zu spielen.
Nach der Ruhezeit entscheidet jedes Kind für sich aufzustehen und geht leise mit seinem Korb in den Spielraum. Dort wird es herzlich gegrüßt und zieht sich an, allein oder mit Hilfe.


Putzen

Da die Abwehrkraft des Kindes in diesem Alter noch im Aufbau ist, wird auf Hygiene viel  Wert gelegt. Jeden Tag werden Boden und Toilette gereinigt und die Räume gelüftet.
Das Händewaschen ist nicht nur für die Kinder wichtig, sondern auch für das ganze Personal: vor und nach dem Essen, nach Toilettengängen, nach Schmutzarbeiten, nach dem Wickeln. Der Wickeltisch wird täglich  und nach jedem Windelwechsel gereinigt.
Monatlich werden von Eltern und Betreuern die Spielzeuge gewaschen, die Schränke und die Teeküche gründlich gesäubert. Jährlich findet in Kooperation mit den Eltern eine große Reinigungsaktion statt im Rahmen derer z.B. auch Decken, Kissen, sämtlich Spiele etc. gereinigt werden.